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04 Weiberwasser

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Impressionen

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Reisebericht 22.06.2014


Weiberwasser

264 Km (Hotel Schönwald -Steinegg– Rittenpass - Penserjoch – Jaufenpass – Meran - Gampenpass - Mendelpass – Bozen - Hotel Schönwald )
Höhenmeter: 7.841 m und natürlich auch wieder runter !

Tag 2 beginnt um 7:00 Uhr mit dem obligatorischen Blick auf das Wetter. Sonne scheint und die Wölkchen gehen locker als Schönwetterwolken durch! Gestern hatten wir erfahren, dass die komplette Sella-Runde auf Grund eines Fahrradrennens gesperrt sein würde. Also auch heute kein Pordoi, kein Falzarego, kein Sella und kein Grödner. Nach kurzer Besprechung steht die Route fest: Es soll in Richtung Penserjoch gehen. Die Route ist in meinem Navi gespeichert, so dass ich die Führung übernehme. Bevor es jedoch losgeht, sehen wir uns erst einmal die fahrbaren Untersätze der Neuankömmlinge vom Samstag an. Drei Doppel-Xer sind am Samstag Vormittag angekommen und stehen unter dem Schleppdach. Die drei Kollegen aus dem Sauerland/Ruhrpott hatten wir gestern schon kurz kennengelernt. Gefahren sind sie am Samstag nicht mehr, da Willy nach durchfahrener Nacht nicht mehr wach zu kriegen war.
Bevor ich in die Tour-Berichterstattung einsteige, muss ich kurz ein paar Worte zu den Doppel-Xern verlieren. Bis zu diesem Sonntag Morgen war ich der Überzeugung, dass ich schon ziemlich pingelig mit meinem Möppi bin und ihm eine gute Pflege zukommen lasse. Insbesondere Heinz und Willy haben mich da dann aber ziemlich blass aussehen lassen. Die Hondas sahen aus, wie aus dem Laden und das, obwohl sie bereits 13 bzw. 15 Jahre alt waren und auch eine entsprechende Laufleistung hinter sich hatten. Wenn Heinz uns nicht später eine kleine Delle im Tank und einen „Mega-Kratzer“ (ich musste zweimal hingucken) am Heck gezeigt hätte, hätte ich vermutlich gar nicht mehr schlafen können. Zumindest Heinz habe ich dabei beobachtet, wie er nach einer Tour abends seine Maschine geputzt hat – Respekt!

Gegen 9 Uhr starten wir zu viert. Michael S. hatte am Samstag Probleme mit seinem Kardan oder der Kupplung festgestellt und wollte heute nicht mit uns fahren. Vom Hotel aus fahren wir rechts weg in Richtung Steinegg. Die Abfahrt von Steinegg in Richtung Bozen bietet schon mal alles, was man morgens zum wachwerden braucht. Das ich oder mein Navi im Kreisverkehr mal wieder die Übersicht verloren haben – Schwamm drüber. Schließlich kommen wir doch am Rittenpass an und haben relativ wenig Verkehr. Wie immer ist das Überholen von Fahrzeugen mit italienischem Kennzeichen problemlos möglich, während unsere Landsleute mit „D“ ihren Platz in der Schlange bis auf ´s Messer verteidigen.
Bei Affingsbrugg machen wir eine kleine Pause. Da die dort am Kreisverkehr stehende „Bude“ geschlossen ist, ohne Cappuccino. Ca. 200 m weiter wäre eine nette Bar gewesen. Habe ich aber erst gesehen, als wir vorbei gefahren sind. Die Anfahrt zum Penserjoch über die SS 508 ist dann nicht mehr groß erwähnenswert. Kurz unter der Passhöhe halte ich noch mal kurz an – „wieder ohne Cappuccino“ wie Hauke murrend feststellt! Stimmt, aber ich fand den Ausblick von dort ganz nett! Eine Zigarette später geht es dann hoch zur Passhöhe und dort wird der Cappuccino-Tank dann endlich wieder aufgefüllt. Benno besorgt 5 (!) Cappuccino, um dann festzustellen, dass Michael S. nicht mitgekommen ist. Zumindest versucht er, uns dass glaubhaft zu machen, während er sich den überschüssigen Cappu reinzieht.

Nachdem wir das Treiben auf dem Pass einige Zeit beobachtet haben, geht es weiter in Richtung Jaufenpass. Vorher fordert Hauke noch einen Rastplatz, der folgende Bedingungen zu erfüllen hat: Halbschatten, Tisch und Sitzgelegenheit, Mülleimer in geringer Entfernung vom Tisch und schöne Aussicht! Nach „überfahren“ der Passhöhe finde ich einen Platz, der große Teile des Anforderungsprofils erfüllt. Nur der Halbschatten fehlt – es ist nämlich gar kein Schatten vorhanden. Der Platz wird trotzdem akzeptiert und wir machen uns an die Frikadellen von Manu, dazu gibt es noch Salami-Schnittchen! So gestärkt geht es weiter zum Gampenpass.
Wenn es denn so gewesen wäre, wäre es ja schön gewesen. Leider steht vor dem Gampenpass noch die Fahrt nach und durch Meran an. Zunächst quälen wir uns in endlosen Überholvorgängen durch ein wahre Blechlawine. Als dann endlich so etwas wie freie Fahrt möglich scheint, fährt direkt vor uns ein Reisebus aus einer Hotelausfahrt. Und schon wieder hängen wir fest! Je näher wir an Meran herankommen, desto wärmer wird es. In Meran selbst zeigt das Thermometer dann behagliche 32 Grad. Meine Fazer fordert durch blinken der Tankanzeige unmissverständlich auf, die nächste Tankstelle aufzusuchen. Dem komme ich vorsichtshalber mal nach. Es ist natürlich eine unbesetzte Tanke mit Automat. Schnell 20 € eingesteckt und das Spritfass gefüllt. Anschließend muss ich Norbert noch kurz bei der Bedienung helfen, da der damit noch nicht so klar kommt. Während Norbert und ich tanken, sehe ich im Augenwinkel, wie Hauke explosionsartig aus seiner Jacke „springt“ und jetzt doch das „Winter-Inlay“ ausbaut. Benno hat seinen „Tanklaster“ im Schatten geparkt und beobachtet rauchend und wohl auch ein wenig mitleidig die Szenerie. Zum guten Schluss kann Hauke dann noch ein paar Tropfen Sprit bei Norbert abstauben. Bei 1,879 € pro Liter ein lohnenswerter Vorgang.
Kurzen Unstimmigkeiten mit meinem Navi zum Trotz verlassen wir Meran in korrekter Richtung und gelangen zum Gampenpass. Hier waren wir noch nie! Der Pass an sich ist sehr einfach zu fahren und verkehrsarm. In Tisens machen wir einen kurzen Stopp im Gasthof Gfriller Hof. Neben Cappuccino wird auch Wasser bestellt. Meran fordert hier noch seinen Tribut. Die Bestellungen nimmt der Wirt entgegen. Hauke bestellt einen halben Liter Wasser ohne Kohlensäure! „Weiberwasser“ ist der Kommentar vom Wirt! Als er kurz darauf die Bestellungen an den Tisch bringt, klingt das etwa so:“ Vier Cappuccino, ein Spezi (Norbert), zwei Wasser (Benno und ich) und ein WEIBERWASSER! Alle Versuche von Hauke, aus WEIBERWASSER so etwas wie „Weihwasser“ zu machen, scheitern kläglich. Der Wirt hat sichtlich Spaß daran, Hauke aufzuziehen. Klar ist, dass Hauke die restliche Woche das „Weiberwasser“ bei jeder Gelegenheit von uns zu hören bekam. Die Krönung war dann einige Tage später bei einer Pause in Corvara, wo das kohlensäurefreie Wasser mit rosa Banderole an den Tisch kam!

Nachdem wir den freundlichen Wirt verlassen haben, werden wir daran erinnert, dass unser Hobby nicht ganz ungefährlich ist. Kurz vor der Passhöhe des Gampenpasses liegen die Reste eines Motorrades auf der Straße. Der Unfall muss ganz kurz vor unserem Eintreffen passiert sein. Während Hauke und Benno sich mit anderen Passanten um den verletzten Biker kümmern, laufe ich die Straße ein wenig nach unten, um den nachkommenden Verkehr zu warnen. Einige Minuten später übernehmen diese Aufgabe dann Passanten, die offensichtlich von einem Lokal auf der Passhöhe angelaufen gekommen sind. Polizei und Rettungsdienst sind verständigt, so dass für uns hier nichts mehr zu tun ist. Mit gemischten Gefühlen fahren wir weiter und sind sehr überrascht, dass uns schon kurze Zeit später Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr entgegen kommen. Ich habe später per Internet versucht, herauszufinden, wie es dem Kollegen geht. Das ich keine Nachricht gefunden habe, nehme ich mal als gutes Zeichen, dass die Verletzungen nicht allzu schwerwiegend waren.

Die Fahrt über den Mendelpass ist dann immer noch geprägt von den Eindrücken des Unfalls. Überholen mag ich nicht so wirklich und den anderen scheint es genauso zu gehen. Also geht es in einer Blechlawine zu Tal. Die letzte Herausforderung des Tages ist dann die Fahrt durch Bozen, die mittels oder trotz des Navis ziemlich reibungslos funktioniert. Da die Shell-Tankstelle in Birchabrück nicht besetzt ist und nur mittels Automat funktioniert, fahren wir gleich durch zum Hotel.
Im Hotel gibt es dann natürlich ein TAB. Duschen – Abendessen und zeitig in die Falle. Insgesamt war es – trotz des Unfalles eine schöne Tour.

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Unsere heutige Tour:

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Bildergalerie 22.06.2014

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