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05 Navi-Fraktion

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Impressionen

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Reisebericht 03.06.2013


Navi-Fraktion und die notwendige Grundgeschwindigkeit zum Grüßen

278 Km (Hotel Schönwald – Ponte Nova -Karerpass– Passo di San Pellegrino - Passo di Rolle – Pieve – Passo Duran – Giau - Falzarego –Fedaia - Karerpass - Welschnofen )
Höhenmeter: 8.671 m und natürlich auch wieder runter !

Schon gestern Abend gab es leichte Diskussionen um die Führung des heutigen Tages. Es wäre eng geworden am Ende der kleinen Kolonne ! Hauke hatte unmissverständlich bekannt gegeben, dass er nicht führen wolle und hinten fährt. Für Benno war klar, dass er dort auch fahren will und Olli schließt sich an. Da es zu viert nebeneinander wohl doch zu eng geworden wäre, erkläre ich mich bereit, eine meiner vorbereiteten Touren als Guide anzuführen. So weit, so gut !
 
Hauke äußert bei der Abfahrt noch den Wunsch, eine Tankstelle zum Zwecke der Luftdruck-Überprüfung anzusteuern. Sollte kein Problem sein, denke ich und fahre los. Raus aus Welschnofen in Richtung Ponte Nova. Dort will ich in Richtung Passo Lavaze abbiegen. Der Pass ist allerdings auf Grund von Bauarbeiten bis zum 7.6. gesperrt. Na super, also erst mal zur Tankstelle, damit Hauke sein Druckproblem lösen kann und wenn wir schon mal hier sind, tanke ich auch noch mal schnell. Danach will ich mich um die Route kümmern, da ich ja den Lavaze umfahren muss. Nach dem Tanken drücke ich auf den Anlasser und die Fazer röchelt nur müde. Nicht schon wieder ! Gut denke ich, muss Olli gleich wieder schieben und will mich zuerst mal um die neue Routenführung kümmern. Ohne Karte (wozu brauche ich eine Karte, wenn ich ein Navi habe ?) ist das aber schlichtweg unmöglich, wenn auch noch eine halbwegs schöne Streckenführung dabei rauskommen soll. Stand zu diesem Zeitpunkt also in etwa so: Motorrad springt nicht an, Route geht nicht so, wie ich will und dann noch Hauke mit der Bemerkung, dass das ja alles schon erledigt hätte sein können ! Ok, der hatte inzwischen eine Odyssee auf der Tankstelle hinter sich, um einen funktionierenden Reifendruckfüller zu finden. Und weil die Tanke in der prallen Sonne stand, war ihm auch entsprechend heiß geworden. Nach kurzer Diskussion fiel dann die Entscheidung, erst mal auf den Karerpass zu fahren, um dort bei einem Cappuccino neu zu planen. Dann hieß es für Olli wieder ran ans Heck der Fazer und schieben. Dieses Mal wollte sie aber nicht so richtig, sprang erst beim zweiten Versuch und auch nur sehr widerwillig an. Anschließend brannte die ABS-Lampe dauerhaft und zeigte anscheinend einen Fehler an. Wer jetzt denkt, dass war´s, der irrt ! Denn jetzt schaltete sich das Navi aus. Ich vermutete, dass sich der Stecker aus der Dose gelöst hatte und wollte ihn wieder feststecken. Als ich die Hand dann zurück ziehe, reiße ich das Stromkabel aus dem Stecker. Echt mein Tag heute ! Das Thema Navi ist damit für mich fürs erste erledigt!
 
Trotz allem komme ich auf den Karerpass, ein Auge immer auf das nervende ABS-Lämpchen gerichtet. Ich werde das Ding abkleben, damit ich es nicht mehr sehen muss, lautet mein fester Entschluss, während ich auf den Hof der Pension Rosengarten fahre. Kaum habe ich eingeparkt und mich heldenmutig entschieden, den Motor auszuschalten, erscheint der Wirt auf dem Balkon:. „ Montags habe ich Ruhetag !“. Genau die Info, die ich zu meinem Glück jetzt noch brauche ! Und Zigaretten sind auch keine mehr da ! „ Wollts ihr einen schnellen Cappuccino ?“ klingt es vom Balkon. „Ich will mir auch eben einen machen“. Während wir schnell bejahen, sehe ich gegenüber das T für Tabacchi, einen Tabakladen in Italien. Und meine Marke hat er auch noch…
 
Während wir dann mit dem Wirt den Cappuccino genießen, erzählt der uns, das noch vor einer Woche ca. 35 cm Neuschnee gefallen sind ! Eigentlich würde ich ja noch lieber länger hier sitzen, graut mir doch schon vor dem Startversuch meiner zickigen Fazer ! Aber die anderen drängen zum Aufbruch. Helm auf, Handschuhe an, dann Schlüssel rumdrehen und … Startknopf drücken. Die Fazer springt an, als ob nichts gewesen wäre (das tut sie an auch die ganze restliche Woche problemlos) und auch das ABS-Lämpchen geht kurze Zeit später aus.
 
So macht dann auch die Fahrt über den Passo San Pelegrino wieder richtig Spaß. Irgendwie sind wir alle überrascht über diesen Pass. Wir hatten ihn als eher langweilig in Erinnerung, aber in Richtung Passo di Rolle wird der! Der Rolle ist sowieso gut und oben gibt es natürlich Cappuccino !
 
In Pieve festigt Olli noch mal den Umgang mit Tankautomaten und Hauke sein Vorurteil gegen die Navi-Fraktion. Und das kommt so:

Tankstelle Nr. 1 ist geschlossen – Mittagspause ! Da Hauke noch eine weitere Tankstelle im Ort kennt, fahren wir dorthin. Auch Tankstelle Nr. 2 ist geschlossen. Auf Bitte von Hauke stellt Benno sein Navi auf Sonderziel „Tankstelle“ und das Navi führt uns … zu Tankstelle Nr. 1 ! Zugegeben – mit Karte wäre das wohl nicht passiert ! Egal, Olli füttert den Automaten und das Tanken funktioniert dann auch reibungslos.
 
Jetzt geht es zum Passo Duran. Hauke und Olli vorweg, dahinter ich. Und nun folgt ein Beispiel für die These, dass Motorradfahren Kopfsache ist. Während Hauke und Olli eine Linkskurve problemlos durchfahren, rutscht mein Hinterrad deutlich weg. Wenn das einmal passiert, ist es Pech. Passiert es aber zweimal hintereinander, fängt es im Kopf an zu rattern. In jeder Linkskurve habe ich danach das Motorrad eher nach oben getragen als das ich gefahren bin. Und der Duran hat viele Linkskurven. Dementsprechend mit reichlich Verspätung komme ich, begleitet von Benno oben an. Die anschließende Kontrolle des Hinterrades ergibt natürlich nichts. Erst auf dem Giau geht es dann wieder so langsam und die Linkskurven funktionieren wieder.
 
Oben auf dem Giau treffen wir die Freiburger Truppe, die auch im Schönwald wohnt. Nach einem kurzen Hallo und dem einen oder anderen Benzingespräch, machen die sich dann für die Abfahrt fertig. Auch eine sehr mitteilungsfreudige Selbstfahrerin ! Während sie in weniger als Schrittgeschwindigkeit auf den Pass abbiegt, versucht sie noch Hauke zuzuwinken … verliert das Gleichgewicht und fällt mitsamt Motorrad der Tiger vor das Vorderrad. Nix passiert, außer einem zusätzlichen Kratzer an ihrem Möppi ! Wie sie gleich darauf erklärt, passiert das schon mal ! Fahren könne sie sehr gut, das Problem sei bloß das ein- uns ausparken. Unser Tipp: Grüßen erst ab mindestens 30 Km/H, dann ist das Motorrad stabil. Und bis dahin lieber mal auf einen Gruß verzichten !
 
Da wir auf dem Giau auf einen Cappuccino verzichtet haben, nehmen wir den jetzt am Falzarego. Tische und Stühle? Noch immer nicht! Wenigstens gibt es ein paar GS, über die man herziehen kann!  Der Cappuccino ist aber so schlecht, dass wir bei unseren späteren Aufenthalten hier auf weitere verzichtet haben.
 
Über Fedaia und den Karerpass fahren wir dann wieder in Richtung Hotel. Bis .., ja bis das Unmögliche passiert. Wir müssen im Nirgendwo halten, da Olli mal, ja ich muss es so sagen: muss ! Das hat es noch nie gegeben ! Selbst Benno und ich, die inzwischen die Fünfzig geknackt haben, haben noch nie … und das ohne Granufink ! Die Bierfrage ist damit aber mal so was von geklärt ! Viel schlimmer ist allerdings, dass nur zwei Tage später an der Stelle ein Bagger den Boden ausgetauscht hat !
 
Dass das Essen am Abend wieder hervorragend war, erwähne ich nur noch der Vollständigkeit halber. Im Anschluss gibt es dann noch ein kleines Bier und dann ruft auch schon die Matratze.

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Unsere heutige Tour:

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Bildergalerie 03.06.2013

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