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06 Kaiserjägerstrasse

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Impressionen

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Reisebericht 05.09.2012


345 Km (Hotel Florian – SS 242 – Waidbruck – Longostagno – Bozen – Mendelpass – Caldonazzo – KAISERJÄGERSTRASSE – Trento – Brennerautobahn – Bozen-Nord – Waidbruck – SS242 - Hotel Florian)
Höhenmeter: 6.589m und natürlich auch wieder runter !

Untertitel: Kaiserjägerstraße 2.Akt

Kaiserwetter, oder besser Kaiserjägerstraßen-Wetter ! Hauke wird während des Frühstücks zum ersten Mal von der Sonne geblendet. Das sieht mal so richtig gut aus. Haben wir uns nach dem verregneten Vormittag von gestern aber auch redlich verdient. Kurz nach 9:00 Uhr beginnt unsere „Jagd“ nach der Kaiserjägerstraßen-Krone. Nach 4 Kilometern ist sie dann auch schon fast wieder vorbei. Zumindest für mich. Während die anderen tanken – jaha, ich brauchte nicht – stehe ich an der Ausfahrt der Tankstelle und rauche noch mal schnell eine. Nach und nach sind die anderen mit dem „spenden“ durch und gesellen sich zu mir. „Wenn Du rauchst, rauche ich auch noch schnell eine !“ ist das Motto für alle bis auf Manu. Als es dann wieder losgehen soll, passiert bei mir ... nix ! Anlasser gedrückt und außer einem leisen „Klack“ ist da nichts. Weil ich es nicht glauben kann, drücke ich noch einige Male auf den sonst so zuverlässigen Knopf. Es ändert sich aber nichts. „Klack“, „Klack“ und sonst Stille ! Also anschieben. Ich rolle ein wenig zurück, um dann kräftig nach vorn zu laufen. Kupplung kommen lassen und … nichts. Bei meiner alten Suzi ging das immer. Vier, fünf Schritte und dann kam sie. Die Fazer bleibt aber einfach stumm. Schließlich erbarmt sich Hauke und schiebt mich an. Nach gefühlt ca. 1 Kilometer springt der Motor dann endlich, zwar etwas unwillig, aber doch an. Das Hauke einen Sturz nur knapp vermeiden kann, als das Motorrad beschleunigt, bekomme ich nicht mit. „Bleib bloß an !“, denke ich. Merkwürdig, dass die Batterie von einem Moment zum anderen den Geist aufgibt. Später habe ich dann mit Hilfe der Fotos den Grund ermitteln können: Schon in der Garage und später dann auf der Tankstelle habe ich das Motorrad mit dem „Kill“-Schalter ausgemacht. Die Zündung blieb an und damit auch das Licht und die Steckdose für das Navi. Insgesamt hat das dann ausgereicht, um die Batterie entsprechend zu schwächen. Merke also: Immer schön die Zündung ausstellen !

Über die Grödner Straße geht es jetzt durch das Grödner Tal nach Waidbruck , um dann Richtung Villanderer Alm abzubiegen. Über kleine und enge Straßen erreichen wir dann unsere erste Cappuccino-Pause. Ein traumhaft schön gelegener Gasthof mit sonniger Terrasse und gutem Cappuccino lädt uns kurz hinter Longostagno zur Pause ein. Mit etwas mulmigem Gefühl stelle ich den Motor ab. Hauke hat – wie er mir mitteilt – extra einen Platz ausgesucht, der etwas erhöht liegt. Mit Hilfe des Gefälles sollte ich hier auch wieder wegkommen. „Hast Du den schiefen Kirchturm gesehen, und das schöne Haus und, und, und, ... ?“ . Hauke und ich gucken uns nur verstört an. Natürlich können wir alles zum Straßenbelag sagen. Reibwert, Tiefe der Spurrillen und Schlaglöcher, Kennzeichen des Holländers, der uns so schön Platz gemacht hat. Aber Kirchturm? ?? Schließlich geht es dann weiter und ich stehe - doch etwas unentspannt – und drücke den Anlasser: Die Fazer ist beim ersten drücken sofort da. Natürlich habe ich nichts anderes erwartet !

Durch Bozen übernehme ich mit Hilfe von Louise die Führung zum Mendelpass. Klar, dass ich die vor einem meiner Lieblingspässe nicht mehr abgebe. Auch klar, dass ich für Hauke zu wenig überhole und mal wieder zu „deutsch“ fahre. Das ändert sich jedoch schlagartig, als wir auf den Pass abbiegen. Wie immer, macht mir der Pass Spaß, kommt aber inzwischen an Giau, Pordoi &Co. nicht mehr ganz ran. Dem Cappuccino oben schadet das aber nicht.
Jetzt geht es auf der anderen Seite wieder runter vom Mendelpass und es folgt eine – nun nennen wir es – Überführungsetappe in Richtung „Kaiserjägerstraße“. In Bessenelo essen wir an einer Raststätte zu Mittag. Das Essen ist nicht schlecht, aber mit 15,- € pro Menü doch etwas überteuert. Walter will in die eine, Benno in die andere Richtung. In der Nachbetrachtung hatte Walter Recht, Benno setzt sich allerdings durch. Und das auch zu Recht, denn er ist zur Zeit der Guide. Da ich mal wieder „spenden“ muss, suchen wir eine Tankstelle und finden die auch ziemlich schnell. Tankrucksack abgehoben, Deckel auf, Zapfsäule abgeschlossen, Tankstelle noch zu, Deckel wieder zu und los geht es. Walter will nicht mehr weiter und trennt sich hier von uns. Irgendwann auf der SS 349 sehe ich dann mal nach unten und sehe etwas Rotes. Das ist mein Tank, den ich sonst während der Fahrt nicht sehen kann. Was fehlt, ist mein Tankrucksack. „Sch…“, denke ich, der liegt jetzt entweder noch auf der Tanke oder irgendwo auf der Straße hinter mir. Greife nach hinten und finde den Rucksack auf dem Soziussitz. Da hatte ich ihn beim Tankversuch vorhin hingelegt. „Man, hab´ ich ein Schwein !“, denke ich, und halte kurz an. Tankrucksack wieder an die richtige Stelle – jupp, so stimmt das Bild wieder. In Vogolo Vattoro kann ich dann tanken. Das ich dabei ganz besonders auf den Tankrucksack aufpasse, ist eh’ klar.

Also weiter nach Caldonazzo. Hier gibt es den ersten Hinweis auf unser Ziel. „Kaiserjägerstraße“ steht auf einem Hinweis-Schild. Auch eine Umleitung bringt uns heute nicht aus der Richtung, finden wir doch kurz danach den nächsten Hinweis. Und dann … Schilder ohne Ende, aber kein „Kaiserjägerstraße“ mehr. Schließlich kommt es mir: Kaiserjägerstraße und Strada dell' Alpini sind wohl dasselbe. Während in Caldonazzo noch Kaiserjägerstraße angeschrieben steht, fehlt der deutsche Begriff dann später. Als wir endlich da sind, glauben wir nicht, dass dort eine Straße hoch gehen kann. An einigen Stellen wird die Straße auf Betonbalken geführt, die im Berg verankert sind. Man fährt „frei schwebend“ über dem Abgrund, ohne es zu merken. Meistens nur knapp einspurig schlängelt sich die Straße immer am Fels entlang und die Kehren sind schon sehr eng. Dafür belohnt der Ausblick über den Caldenazzo- und Levicosee. Das dort stattfindende Gewitter wird kurz zur Kenntnis genommen und dann nicht weiter beachtet.

Der Rückweg geht dann über toll zu fahrende Straßen Richtung Trento. Das Gewitter, bzw. der damit einher gehende Regen, hatte übrigens denselben Weg. Die Husche war nicht von schlechten Eltern. Seitdem weiß ich aber auch, dass meine Vanucci-Hose ebenfalls nahezu wasserdicht ist. Vom Rest der Rückfahrt ist eigentlich nur noch der Feierabendverkehr in Trento und die Brennerautobahn erwähnenswert. Das es hinter Waidbruck noch mal nass wird – Schwamm drüber !

Ziemlich geschafft kommen wir gegen 19 Uhr im Hotel an. Walter sitzt schon auf der Terrasse und wir gesellen uns dazu. Ein schnelles TAB, duschen und dann die Vorzüge der Halbpension genießen. Morgen wollen Benno und ich mit den anderen unsere Dienstagstour (Pustertal) wiederholen.

Übrigens: Wer bei Durchscht der Karte vermutet, dass wir uns das eine oder andere Mal verfahren habe, der täuscht sich: Wir haben nur ab und an mal was Neues probiert. ;-)

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Unsere heutige Tour:

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Bildergalerie 05.09.2012

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